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Malteser Telgte

Januar

Lebensfreude auf vier Pfoten

Jeder will mit ihm kuscheln Die beiden Schwestern Klara Masolle (l) und Agnes Masolle (r) freuen sich im Altenheim Maria Rast über den Besuchshund Shorty von Sandra Münsterkötter
,,Die Altenheime empfangen die Besuchshunde mit offenen Armen. Diözesanreferentin Ruth Schräder

MHD. Besuchdienst mit Hund kommt gut an/ Senioren freuen sich auf tierische Bekannten

Der achtjährige Jack Russel- Terrier läuft zielstrebig durch die Gänge des Altenheims Maria Rast. Er kennt seinen weg und wird schon sehnsüchtig erwartet. Von den beiden Seniorinnen Klara Massolle (92) und Agnes Massolle (90). Die beiden Schwestern haben Demenz aber den agilen Shorty zu sehen, ihn zu streicheln und zu spüren, das erfüllt sie mit großer Freude. Möglich machen dies Ehrenamtliche des Malteser Hilfsdienstes Telgte, die den Besuchsdienst mit Hund auf die Beine gestellt haben.

Altenpflege- Auszubildene Sandra Münsterkötter liebt ihr Ehrenamt, und auch ihr treuer vierbeiniger Begleiter Shorty ist mit Freude dabei. Nicht nur, weil die Senioren ihm gerne das eine oder andere Leckerli zusätzlich zukommen lassen. Man merkt schnell, Hunde wie Shorty, begleitet von ihren ehrenamtlich tätigen Frauchen oder Herrchen, bringen frischen Wind in Einrichtungen wie Maria Rast, bei Senioren wie Mitarbeiter gleichermaßen

Diözesanreferentin Ruth Schräder von den Maltesern freut sich über den doppelten Gewinn des Besuchsdienstes auf vier Pfoten: ,,Hunde können Menschen aktivieren, Lebensfreude spenden und dazu beitragen, den Heilungsprozess zu fördern oder aber den Krankheitsverlauf abzumidern.  

Auch die Vierbeiner freuen sich. Als Rudeltiere lieben sie es, gestreichelt zu werden.“

Der Hunde- Besuchsdienst der Malteser wurde im Rahmen des Projekwettbewerbs ,,Tolle Ideen für eine paradisische Welt“ anlässlich des 750- jährigen Weihejubiläums des Doms in Münster ausgezeichnet. Mittlerweile fragen immer mehr Einrichtungen bei den Maltesern nach: ,,Die Altenheime empfangen die Besuchshunde mit offenen Armen“, sagt Schräder. ,,Die Bewohner sind voller Vorfreude“.

Besonders beeindruckt die Malteserin, wenn der Kontakt mit einem Hund bei Menschen mit Demenz plötzlich ein herzhaftes Lächeln auf das Gesicht zaubert. ,, Dementiell veränderte Menschen zeigen sogar wieder Mimik und fangen an, ein paar Worte zu sprechen.

Insgesamt steigt die Lebensqualität“, berichtet Ruth Schräder.

Sie hat die Besuchshundegruppe Mitte 2014 gegründet. ,, Intressierte Hundebesitzer fanden sich schnell erinnert sie sich. Der zeitliche Aufwand beläuft sich wöchendlich auf zwei bis vier Stunden. Meistens sind die Hunde etwa 20 Minuten zu Besuch. Ob Rassehund oder Mischling, jung oder alt, klein oder groß: Nicht jeder Hund kommt für einen Besuchsdienst in Frage. ,, Die Tiere müssen Fremden gegenüber zugänglich und freundlich sein und sich gern streicheln lassen“, erklärt Schräder. ,,Bellende oder springende Hunde kommen nicht in Frage, weil einige Senioren sehr schreckhaft sind“. Wichtig sei die Chemie zwischen Senioren und Vierbeinern. Die Malteser gehen dazu auf Nummer sicher. Alle künftigen Besucherhunde müssen zunächst eine Ausbildung bei einem erfahrenen Trainer durchlaufen. Am Anfang steht ein Wesenstest – für Hunde und Halter. Danach geht es in ein Seniorenheim, wo der Trainer die Tiere mit ungewohnten Situationen wie Rollatoren und Rollstühlen konfrontiert. ,, Um zu vermeiden dass der Hund nicht plötzlich in die Reifen beißt“, erläutert Schräder. ,, das kontrollierte  Bewegen in den Einrichtungen ist wichtig“. Auch bei plötzlich lauten Geräuschen müssen die Hunde dem Trainer zeigen, dass sie ruhig bleiben. Danach werden kleine Bewohnergruppen oder Bettlägerige besucht. Die Hundebesitzer (Mindestalter 18 Jahre) müssen eine Helfergrundausbildung und die Teilnahme an einem Erste Hilfe Kurs belegen. Die Kosten dafür wie auch größere Fahrtkosten übernehmen die Malteser. Außerdem muss der Hund geimpft entwurmt und gechipt sein. Es gibt auch regelmäßige Gruppentreffen mit Vorträgen, Tierarztberatungen und Fortbildungen, Erfahrungsaustausch sowie gesellige Spaziergänge und Grillabende. ,, Einmal im Jahr gibt es einen  Dankeschöntag für unsere Ehrenamtlichen“. Malteser Diözesanreferentin Ruth Schräder freut sich, Senioren mit Besucherhunden für ausgewählte Augenblicke glücklich machen zu können.

Wer Interesse am Besuchsdienst hat, oder einen Besuch wünscht, kann sich unter 0151/ 64506197 bei den Maltesern melden.

 Quelle WN vom 02.01.2016

 von Peter Sauer

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